Find the #TimeToFly

Anja Ippach

Die zweifache Ironman-Siegerin und Europameisterin Anja Ippach nahm sich 2020 eine Triathlon-Auszeit, um eine Familie zu gründen. Jetzt, wo die Triathlon-Welt wieder ins Laufen kommt, freut sich Anja mehr als je zuvor, wieder an den Wettkämpfen teilzunehmen.

"Vor meinem ersten Fitnesstest nach fünf Monaten war ich so nervös, dass ich einen Ruhepuls von 130 hatte – höher als während meines ersten Intervalls. Und ich musste vorher zehn Mal auf die Toilette!"

Trotz der Nervosität hatte diese Laufpause große Vorteile, sowohl physisch als auch psychisch. Sie half Anja dabei, zu evaluieren, wie sie sich selbst als Frau und Athletin sieht.

"Vor meiner Schwangerschaft fand ich es nicht immer toll, eine Frau zu sein. Femininität war für mich oft eine Schwäche. Aber als Mutter weiß ich jetzt, welch wundersame Dinge der weibliche Körper vollbringen kann und wie schön es ist, eine Frau zu sein."

"Ich habe auch verstanden, was ich in meiner Karriere falsch gemacht habe: Ich war nie stolz auf meine Erfolge! Wenn ich ein Ziel erreichte, dachte ich mir: ‚Okay, das war wahrscheinlich einfach oder ich hatte Glück.‘ Ich wollte immer mehr und feierte nie meine persönlichen Erfolge. Eine furchtbare Einstellung!“

Ihr Ehemann kramte vor Kurzem ihre zahlreichen Pokale und Medaillen aus dem Keller hervor und stellte sie in ihrer Garage aus, um sie beim Training zu inspirieren.

"Ich arbeite daran, meine Denkweise zu ändern und mich selbst zu schätzen, selbst wenn ich erst auf dem Weg zu meinen Zielen bin."

"Einige Menschen denken vielleicht, dass ich egoistisch oder arrogant bin, wenn ich meine Pokale ‚stolz‘ in meiner Sportgarage zur Schau stelle, aber hinter jeder Medaille steckt eine Geschichte. So viel Schweiß, so viele Stunden Training, so viele Misserfolge. Jeder Wettkampf hat mich etwas Neues gelehrt und ich bin dankbar, dass ich dadurch wachsen und zu der Person werden konnte, die ich heute bin."

“Mein Ratschlag: Mehr Wertschätzung für einen selbst! Erstens muss man sich so akzeptieren, wie man ist. Zweitens muss man sich mit all seinen Ecken und Kanten lieben."

“Mein Ziel ist es, andere Frauen zu inspirieren. Ich möchte sie dazu bringen, auf ihren eigenen Körper zu hören und ihn so anzunehmen, wie er ist.”

Mit dieser Einstellung gründete Anja ihre Triathlon-Community für Frauen, Triathlon Mädchen. Dort nutzt sie das Wissen, das sie im Laufe ihrer Karriere gesammelt hat, um andere Frauen zu inspirieren und zu motivieren, Balance und Freude in ihrem Leben zu finden.

"Wir sind eine Gruppe von Mädchen, Frauen, Mamas, Omas, besten Freundinnen, Athletinnen, Hausfrauen, Managerinnen – Alltagsheldinnen eben, die gerne schwimmen, radfahren und laufen."

"Für uns steht der Triathlon nicht nur für die Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen, sondern auch für die Alltagdisziplinen Familie, Arbeit und Sport!“

"Wir sind vor allem da, um Spaß miteinander und an der Bewegung zu haben. Nach vielen, vielen Fehlern kenne ich meinen Körper jetzt und verstehe, was er braucht, um glücklich und sportlich zu sein. Und diese Erfahrung möchte ich gerne anderen auf ihre Reise mitgeben.“

Das gilt nicht nur für Trainingstipps und Workouts. Anja setzt diese mentalen Strategien beim Training um, damit sie das Beste aus ihrem Körper herausholt.

"Wenn das Intervalltraining zu anstrengend wird, teile ich die Wiederholungen in kleinere Abschnitte. Eine Wiederholung ist nicht mehr zwei Minuten lang, sondern zwei Mal 30 Sekunden oder vier Mal 15 Sekunden. Ich zähle die Sekunden im Kopf und freue mich über alle Zwischenziele. Das klingt vielleicht banal, aber für mich ist es eine große Hilfe!"

“Außerdem halte ich meine Mantras gerne schriftlich fest und klebe sie auf den Spiegel oder den Kühlschrank. Und wenn ich laufe, singe ich sie mir vor!“

Am liebsten beginnt sie den Tag mit einem leichten Geländelauf.

"Man kann einfach seinen Gedanken nachhängen, den Tag planen und seiner Atmung zuhören. Die Geschwindigkeit ist nebensächlich. Man hört einfach auf seinen Geist und sein Herz. Bei meinen Morgenläufen bin ich mit mir selbst im Reinen. Sie machen einfach Spaß. Pure Freude! Was braucht eine Frau mehr?"

“Die Stunden vor dem Wettkampf fallen mir am schwersten. Dann frage ich mich immer, warum ich diesen Job überhaupt mache. Mein Mann erinnert mich dann immer: ‚Weil du gerne läufst, Anja!”

“Und das tue ich. Ich laufe gerne, weil es so einfach ist. Man braucht nur seine Schuhe, eine nette Umgebung und los geht’s. Man fängt glücklich an und ist noch glücklicher, wenn man wieder zurückkommt.”

Anja spricht mit uns im Rahmen unserer „Finde deine #TimeToFly“-Kampagne, die unsere Community motivieren soll, ihre körperliche und geistige Gesundheit durch Laufen in den Vordergrund zu stellen. Folge und unterstütze @Anja_Ippach auf Instagram und sieh dir ihre Erfolge in der Triathlon-Saison 2021 an.